über DOJO BAMBU

built for good vibes

In einer Welt, die immer schneller, dichter und lauter wird, schaffen wir Orte zum Innehalten. Orte für Freiräume. Orte, an denen Zeit keine Rolle spielt und der Alltag draußen bleibt. DOJO BAMBU steht für handwerklich gemachte Bambus-Konstruktionen, Möbel und Projekte, die nicht dekorieren – sondern benutzt, erlebt und gefühlt werden wollen.

Dojo

Im Kern geht es mir darum, besondere bzw. andere Räume zu schaffen oder zu erschließen. Räume außerhalb des Kontinuums der alltäglichen Lebensräume. Man kann auch von Heterotopien im Sinne des Philosophen Michel Foucault sprechen, von anderen Orten, „die in die Einrichtung der Gesellschaft hinein gezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wie wohl sie tatsächlich geortet werden können“ (Foucault, Michel: Andere Räume (1967))

In unseren hoch technisierten und durchorganisierten alltäglichen Lebensräumen wird unser Alltag meist von Zwängen gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Art bestimmt.

Stress ist Normalitat geworden, gefühlt dreht sich die Welt immer schneller, unser Bezug zur Natur ist stark eingeschränkt. Es geht mir darum, individuelle Orte der Entschleunigung, der Kontemplation, Orte zum Chillen, zum Seele baumeln lassen zu schaffen. Es geht mir darum, wirkliche Orte zu schaffen, die als Widerlager zu unserer digitalisierten Alltagswelt fungieren.

Diesen Orten ist gemein, dass sie sich in irgendeiner From von den alltäglichen Lebensräumen abheben. Sei es in baulicher Form wie durch eine Garten- oder Friedhofsmauer, durch die bloße Höhe eines Baumhauses oder durch eine Wasserfläche. Der Zugang ist immer deutlich zu erkennen, idealer Weise ist er sogar etwas beschwerlich wie z.B. bei einem Baumhaus über eine Leiter oder ein Seil, durch die bewusst niedrig gehaltene Tür eines japanischen Teehauses oder er wird durch ein Ritual wie dem Bekreuzigen beim Betreten einer Kirche oder der Verbeugung beim Betreten eines Dojos zelebriert.

Diese anderen Orte wirken am stärksten in urbanen Grünräumen. Ich würde nicht sagen, dass wir besondere Räume schaffen. Sie sind schon da, wir finden sie bloß … und doch entsteht der andere Ort erst durch unsere Konstruktion, die den Raum erschließt und ihn erlebbar macht. Unsere Konstruktionen verstehen wir als Werkzeuge … built for good vibes.

Ein Dojo ist auch ein solcher anderer Ort, wo die Alltagswelt draußen bleibt und man sich allein auf das Trainieren und Meditieren einlässt. Das Dojo ist ein anderer Ort den ich zu schätzen gelernt habe … es ist für mich ein sehr geliebter anderer Ort geworden. Zufälliger Weise finden sich in dem Wort „Dojo“ auch die Anfangsbuchstaben meines Namens … so ist das Dojo zum Bambu gekommen.

„Baumhaus“ im Elm bei Braunschweig 1995

Bambu

Bambus ist ein fantastisches Baumaterial, leicht, elastisch und stark. Die Zugfestigkeit längs zur Faser entspricht der Zugfestigkeit von Baustahl. Dabei ist Bambus ein Naturmaterial, das so eingesetzt werden kann, wie es gewachsen ist: ungehobelt, ungeschliffen mit seiner natürlichen Oberfläche .. einfach raw.

Neben seinen herausragenden statischen Eigenschaften transportiert Bambus in unseren Breiten eine gewisse Andersartigkeit mit einer Priese Exotik. Durch diese atmosphärische Wirkung wird in Bambus gebauter Raum in unseren Breiten schon zu einem besonderen Ort, der sich deutlich von unserer üblichen Umgebung abhebt.

Die glatte Oberfläche bietet eine wunderbare Haptik und hat doch einen lebendigen Charakter. Rhythmisiert durch die Nodien, deren Abstände zur Spitze hin immer länger werden folgt die Gestalt einem einheitlichen Prinzip.
Trotzdem ist jeder Bambusstab einzigartig, da die Position der Nodien, Farbnuancen und Geradlinigkeit von Rohr zu Rohr variieren.

Bambusrohre eignen sich in ihrer Leichtigkeit und Stabilitat hervorragend für ein spielerisches, intuitives Bauen, wenn man ein paar grundsätzliche Unterschiede zum Konstruieren mit Vollholz berücksichtigt. Die Verbindung der Bauteile kann über archaisch wirkende geschnürte Verbindungen erfolgen, die einfach zu erlernen sind. Damit eignet sich das Bauen mit Bambus perfekt für do it yourself.

Bambus ist vergänglich und das ist gut so. Wir haben nicht den Anspruch für die Ewigkeit zu bauen. Unsere Konstruktionen verstehen sich eher als temporäre Konstruktionen. Was lebt ist in Bewegung, nichts ist für die Ewigkeit. Es geht uns mehr um den Spaß am Bauen, um die Freude am Leben, um einen Moment der Freiheit … wir feiern eine gewisse Leichtigkeit, petite follies … kleine Verrücktheiten.

Zu meiner Person: in den 60ern geboren, meine Leidenschaft für das Bauen und Konstruieren ist bereits in jungen Jahren mit dem Ab- und Aufbauen (translozieren) westfälischer Fachwerkhäuser entstanden. Die in der Zeit auf der Strecke gebliebenen Urlaube habe ich in den 80ern durch ausgedehnte Reisen nach Indonesien, Malaisia und Australien ausgeglichen. Meine intensive Reiselust hat mich noch in einige andere Ecken der Welt geführt.

Nach der Tätigkeit als Kaufmann in der Bekleidungs­zulieferbranche habe ich Architektur studiert. Die Modewelt war mir zu kurzlebig und aufgeregt. Anfang der 2000er habe ich dann wieder kaufmännisch gearbeitet, diesmal in der  Möbelzulieferbranche. Seit einigen Jahren befasse ich mich nun wieder mit  Architektur. Meine Liebe zum Material Bambus geht zuruck auf meine Reisen in China und Hongkong. Der Gerüstbau aus Bambus hat mich fasziniert so dass ich Ende der 2000er eine erste Ladung Bambus importiert habe, um damit zu experimentieren …

Neben dem Bauen, dem Reisen, der Bewegung und noch ein paar anderen schönen Angelegenheit gilt meine Leidenschaft dem Downhill Skaten …
ride Bamboo!

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Jörg Dolleschel
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